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Bei einem öffentlichen Auftakt am 12. Februar 2020 wurde zunächst über den gesamten Prozess und alle Mitwirkungsmöglichkeiten informiert. Außerdem gab die Veranstaltung allen Teilnehmenden die Möglichkeit Anmerkungen zum Gebiet Neuperlach zu machen. Diese Anmerkungen konnten an sogenannten Marktständen gemacht werden, um erste Ideen, Wünsche, Anregungen und Kritik zu äußern und folglich auch aufzunehmen, damit diese in den weiteren Prozess mit einfließen können. Folgende Fragestellungen waren dafür leitend: Was wird geliebt? Was kann verbessert werden? Was wird vermisst? Was kann weg?

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Lokale Ökonomie und Beschäftigung
In dieser Kategorie wird genannt, dass Neuperlach schon heute über Einkaufs- und Nahversorgungsmöglichkeiten
verfügt. Hier werden unter anderem das PEP, das Life und das Sudermann-Zentrum genannt. Allerdings fehlt es an Vielfalt und kleineren Läden im Stadtteil. Orte für kleine Läden und Handwerksbetriebe werden vermisst. Ebenso wünschen sich die Anwesenden Restaurants und Cafés, die auch nach Ladenschluss zu einem belebten Neuperlach beitragen und durch längere Öffnungszeiten „mehr Nachtleben“ im Stadtteil ermöglichen.

Soziales, Bildung, Gesundheit, Kultur und Sport
Neuperlach verfügt bereits über eine bemerkenswerte Versorgung mit Einrichtungen im sozialen Bereich. Hier werden unter anderem die fußläufige Erreichbarkeit von Schulen und Kindergärten, die medizinische Versorgung sowie diverse
kulturelle Einrichtungen sowohl von Vereinen als auch Kirchen aufgezählt. Aber auch hier wird Verbesserungsbedarf gesehen. Ein inklusiver Ansatz und die bessere Kooperation kultureller Einrichtungen untereinander sowie ein fehlendes Kulturzentrum werden hier genannt. Die Wunschliste der Anwesenden ist trotz der bereits guten Versorgung lang: Interkulturelle Begegnungsstätten, Orte für Jugendliche, ein ausreichend dimensioniertes Bürgerhaus, ein Theater, ein Kino,
Räume für Kunst und Kultur oder ein Sportzentrum sind hier nur einige der zahlreichen Nennungen.

Verkehr und Mobilität
Im Bereich Verkehr und Mobilität zeichnet sich ein ähnliches Bild. Auch hier sind die Interessierten grundlegend mit der schnellen Verkehrsanbindung in die Innenstadt beziehungsweise die umliegenden Gemeinden und Naturräume zufrieden. Die dichte Vernetzung des öffentlichen Personennahverkehrs sowie die vielen Rad- und Fußwege werden positiv angemerkt. Ebenso wird hier das typische neuperlacher Element der (Fußgänger-)Brücke angeführt. Trotz dieser guten Grundlage wird auch hier Verbesserungsmöglichkeiten gesehen. Neben vielen konkreten Vorschlägen zu bestimmten Orten werden in dieser Kategorie mehr Radwege und eine Verbesserung des ÖPNVs gewünscht. Es wird gefordert, die vielspurigen Straßen und großzügigen Straßenräume zu überdenken und ein qualifiziertes Wegekonzept für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen im Stadtteil umzusetzen. Auf oberirdische Parkplätze kann verzichtet werden. Der Ausbau von Fahrradstellplätzen und eine Geschwindigkeitsbegrenzung sowie die Berücksichtigung der Barrierefreiheit im gesamten Stadtteil werden als Wünsche geäußert.

Öffentlicher Freiraum
Die Neuperlacher*innen lieben ihre Grünräume. Sowohl die vielen kleinen Grünflächen, als auch der Ostpark oder der Echo-Park sowie die grünen Räume zwischen der Bebauung werden positiv angemerkt. Die Anwesenden sprechen sich in ihren Anmerkungen allerdings für die Verbesserung der Wege ins Grüne, für eine Sanierung der Spielplätze sowie für die Verbesserung der Infrastrukturen (vor allem im Ostpark) aus. Neben dem Theatron und den Toilettenanlagen sind hier die Sanierung des Skater-Areals und Nutzungsmöglichkeiten als Fitness-Parcours im Ostpark zu nennen. Zudem wünschen sich die Interessierten mehr Biodiversität, „essbare“ Plätze, Urban Gardening und Orientierungshilfen im Stadtteil.

Städtebau und Stadtgestalt
Im Bereich Städtebau und Stadtgestalt ist den Anwesenden wichtig, dass bei einer möglichen Nachverdichtung auf sozialgerechte und ökologische Bodennutzung sowie auf nachhaltiges Bauen geachtet wird. Ebenso sind den Interessierten eine qualitätsvolle Architektur sowie die Einbindung neuer und bestehender Fassaden als Gestaltungselement wichtig. Als verbesserungswürdiger Ort wird in dieser Kategorie häufig das Quiddezentrum erwähnt. Zudem wird das Fehlen
einer ansprechenden Mitte im Stadtteil bemängelt. Neben der Betrachtung der Bebauung im Stadtteil wurde von den Anwesenden auch der Einbezug von Städtebau und Stadtgestalt der umliegenden Stadtteile und Gemeinden genannt.

Wohnen und Wohnumfeld
Die Hausgemeinschaften und das Miteinander im Stadtteil werden von den Bewohner*innen als positiv bewertet. Zudem werden in dieser Kategorie die Frischluftschneisen und die weite Sicht zwischen den Wohnblöcken befürwortet. Als
Vorschläge zur Verbesserung des Wohnens und des Wohnumfelds werden hier die Dachflächen genannt. Diese sollten begehbar sein und als Begegnungsorte und Dachgärten dienen. Ebenfalls werden die Barrierefreiheit sowie Betreuungsangebote für Senioren in dieser Kategorie als Wunsch geäußert. Den Anwesenden ist es zudem wichtig, dass keine teuren Wohnanlagen entstehen und die Wohnungen bezahlbar bleiben. Obwohl die derzeitige Bebauungsstruktur mit ihren Freiflächen und Frischluftschneisen gelobt wird, wird der potenzielle Neubau von Hochhäusern eher kritisch gesehen.

Energie und klimagerechter Stadtumbau
Auch im Bereich Energie und klimagerechter Stadtumbau lassen sich die Kommentare aus dem Bereich Wohnen und Wohnumfeld wiederfinden. Auch hier werden die Frischluftschneisen als positiv gewürdigt. Die Dachflächen werden als Chance für Solarenergie oder Gemüseanbau gesehen. Ebenfalls werden die Fassaden als Orte für Begrünung und Photovoltaik-Anlagen erkannt. Unter dieser Kategorie wird eine Beratungsstelle für Klimaschutz und Umwelt als wichtig
eingeschätzt.