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Der Wettergott hatte es gut gemeint. Bei strahlendem Sonnenschein lud das Stadtteilmanagement am 20. August zu einem Rundgang durch das Untersuchungsgebiet Neuperlach ein, um mit interessierten Bürger*innen vor Ort über die zukünftige Entwicklung Neuperlachs zu diskutieren. Darüber hinaus hatte das Stadtteilmanagement die Gelegenheit, sich und seine Tätigkeit am Infomobil anschaulich vorzustellen. Die Nachfrage war hoch, sodass mit über dreißig Anmeldungen zwei Gruppen gebildet wurden, die die geplante Route zeitlich versetzt abgingen. Ein Team der Süddeutschen Zeitung hat den Rundgang begleitet und einen Artikel verfasst: https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-neuperlach-sanierung-vorschlaege-1.5008825

Florian Mayr vom Stadtteilmanagement führt durch den Stadtteil. Foto © Benjamin Ganzenmüller

Startpunkt war der Theodor-Heuss-Platz im Herzen des Wohnrings. Die Route führte anschließend in Richtung Norden. Ziel war der Ostpark, dem damaligen Standort des Infomobils. Nachdem Kerstin Oertel (Referats für Stadtplanung und Bauordnung, Abteilungsleitung Stadtsanierung) zusammen mit dem Stadtteilmanager Christoph Heidenhain die Teilnehmer*innen begrüßten und kurz in die Thematik einführten, folgte die erste Gruppe dem Stadtteilmanager Florian Mayr,
um den ersten Rundgang zu beginnen.
An einem schattigen Plätzen der mittlerweile hochgewachsenen Bäume im Wohnring wurde gleich deutlich, wie sehr der mittlerweile üppige Baumbestand in Neuperlach das Stadtteilbild prägt. Die Bebauung der bis zu 13 Stockwerke hohen Gebäude im Wohnring rückt in den Hintergrund und lässt eine gewisse Parkatmosphäre entstehen. Die Attraktivität des Wohnrings bringt jedoch auch Probleme mit sich, benannt wurde eine zunehmende Vermüllung sowie das Fehlen von öffentlichen Toiletten. Dass der Stadtteil grundsätzlich sehr grün ist, war zugleich auch Thema der ersten Diskussionen mit den Teilnehmer*innen. Jedoch stellte sich die Frage, ob die vielen Rasenflächen, vor allem zwischen der Bebauung, besser genutzt werden könnten, beispielsweise als Beitrag zur Biodiversität mithilfe von Wildblumenwiesen oder als Begegnungsort im Rahmen von Bewohnergärten.

Der Rundgang war also nicht als reine Stadtteilführung konzipiert, sondern sollte vor Ort Gelegenheit zur Diskussion über die Themen der Stadtsanierung bieten. Die dabei aufgekommenen Anregungen wurden vom Stadtteilmanagement notiert, um diese in die momentan stattfindenden Vorbereitenden Untersuchungen einzuspeisen. Die Route wurde so gewählt, dass darin typische Elemente der Baustruktur Neuperlachs vorkamen: Von der hohen Wohnbebauung verbunden durch großzügige Rasenflächen über das der Trennung von PKW- und Fußgängerverkehr zugrundeliegende Wegesystem mit insgesamt dreizehn Fußgängerbrücken bis hin zur Frage der Nahversorgung und dem lokalen Gewerbe. Auch die stadtteilkulturelle Vielfalt sowie die gastronomische Ausstattung, vor allem nach Ladenschluss des PEP, war Gegenstand des Rundgangs. Der Weg führte die Teilnehmer*innen entlang der Jakob-Kaiser-Straße aus dem Wohnring hinaus zur nächsten Station kurz vor der Kettenbrücke zwischen Adenauerring und Ständlerstraße. Hier waren das Verhältnis von Rad, Fuß- und Autoverkehr sowie die großzügigen Grünflächen entlang der ursprünglich breiter geplanten Ständlerstraße das Thema. Könnte hier zukünftig ein Fahrradschnellweg entlangführen? Solche und andere Fragen wurden beim Überqueren der Brücke diskutiert. Über die Plettstraße, mit der für Neuperlach typischen Wohnbebauung, erreichte die Gruppe den Vorplatz am Life Einkaufszentrum. Hier drehte sich die Diskussion um den Wegfall der beiden ursprünglichen Nahbereichszentren, dem Quiddezentrum und dem Plettzentrum, und die weitere Entwicklung der Nahversorgung. Angekommen bei der Lätarekirche an der Quiddestraße lud der dort tätige Pfarrer, Klaus Gruzlewski, die Teilnehmer*innen zu einer Besichtigung der Kirche ein und thematisierte die baulichen Herausforderungen wie Barrierefreiheit und Begrünung des auf dem Gemeindegrundstücks befindlichen Innenhofs.

Nach ungefähr zwei Stunden erreichte die Gruppe das Infomobil im Ostpark als finale Station. Zuvor gab es noch einen Halt im Theatron, einem Veranstaltungsort im Dornröschenschlaf. Neben der mangelnden Barrierefreiheit sind die fehlende Sichtbarkeit und das Fehlen einer öffentlichen Toilettenanlage Gründe, warum dieser Ort relativ wenig genutzt wird. Seinen Ausklang fand der Rundgang am Infomobil des Stadtteilmanagements mit den darin enthaltenen Elementen der Bürgerbeteiligung. Bei einer erfrischenden Flasche Wasser verabschiedeten Christoph Heidenhain und Florian Mayr die Teilnehmer*innen und bedankten sich für das große Interesse sowie für die engagierten Diskussionen.