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Maßnahmenvorschläge der Stadtsanierung

Die untenstehende Karte zeigt eine Übersicht der Maßnahmenvorschläge, die für das gesamte Gebiet der Vorbereitenden Untersuchungen entwickelt wurden. Diese Maßnahmen wurden direkt durch die Beiträge aus der Bevölkerung, der Fachreferate und durch die Anregungen des Stadtteilmanagements (MGS) vorgeschlagen. Die Maßnahmenvorschläge, die in den nächsten Jahren im Rahmen der Stadtsanierung Stück für Stück umgesetzt werden können, sind das Herzstück des Integrierten Stadtteilentwicklungskonzeptes (ISEK).

Die Maßnahmenvorschläge sind dabei nach Maßnahmengruppen geordnet, in denen sich weitere Einzelmaßnahmen finden. Die Maßnahmenbeschreibung umfasst eine Auflistung der Missstände und vorhandenen Potenziale und gibt darüber hinaus eine Übersicht, welche Sanierungsziele mit der jeweiligen Maßnahme erreicht werden sollen.

Maßnahmenbeschreibungen

1.1 Ostpark Aufwertung

Öffentliche Grün- und Freiräume gewinnen zunehmend an Bedeutung, entsprechend werden Freiräume künftig auch in Neuperlach gestärkt, die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum wird erhöht. Der Ostpark übernimmt als einzige großflächige, zusammenhängende Grünfläche in Neuperlach eine besondere Funktion, und prägt den Stadtteil. Der Ostpark ist ein beliebter Treffpunkt der lokalen Bevölkerung und ist entsprechend hoch frequentiert. Der Park weist zahlreiche bauliche und funktionale Missstände auf. In den nächsten Jahren sollte der Ostpark schrittweise aufgewertet werden, dafür könnte es als erstes ein konkurrierendes Planungsverfahren, ein Wettbewerb, unter Beteiligung der Öffentlichkeit geben. Im Jahr 2023 steht das 50jährige Jubiläum des Ostparks an, es gilt den Park gemeinsam fit für die nächsten 50 Jahre zu machen.

 

1.2.1 Strehleranger

Rund um Neuperlach könnte in den kommenden Jahren ein Grüner Ring entwickelt werden. Dieser besteht aus vernetzten Grün- und Freiräumen, die unter anderem ein erweitertes Sport- und Bewegungsangebot bereit halten könnten. Für den Strehleranger gibt es bislang kein klares Nutzungskonzept, trotz anhaltend hoher Nutzungskonkurrenz. Das soll sich künftig ändern. Eine gegenwärtige Herausforderung ist etwa die beengte Zugangssituation zum Ostpark zwischen der Sportanlage des SVN und dem Eisstadion. Der Strehleranger sollte in den nächsten Jahren schrittweise aufgewertet, Missstände wie mangelnde Zuwegung behoben werden, und künftig qualitätsvoller Teil des Grünen Rings um Neuperlach werden.

 

1.2.2 Grünanlage am Karl-Marx-Ring

Neuperlach verfügt zwar bereits heute über wertvolle, erhaltenswerte Grün- und Freiraumstrukturen, dennoch müssen diese in ihrer Gestaltung und Ausdehnung in Teilen neu gedacht werden. Auch, um dem wachsenden Bedarf nach Aufenthalt im Freien, außerhalb der eigenen vier Wände gerecht zu werden. Die Grünanlage am Karl-Marx-Ring weist veraltete und aufwertungsbedürftige Bewegungsanlagen (Skatepark, Basketballplatz, Tischtennisplatten) auf. Es mangelt an Sitzgelegenheiten und Spielangeboten. Die Grünanlage am Karl-Marx-Ring sollte in den nächsten Jahren schrittweise aufgewertet werden. Der offene und fließende Charakter des Grünraums sollte erhalten bleiben. Die Grünanlage soll Teil des Grünen Rings um Neuperlach werden.

 

1.2.3 Östliche Stadtkante und Übergeordneter Grünzug

Bei der Gestaltung öffentlicher Grün- und Freiflächen liegt ein besonderes Augenmerk auf der Vernetzung der Grünräume untereinander sowie deren Zugänglichkeit für möglichst alle Gruppen der Stadtbewohnerschaft. Die um Neuperlach liegenden Grünflächen sind im Bereich des Trudering Waldes aktuell jedoch schlecht miteinander verknüpft. Es besteht großes Potenzial die Grünfläche im Gefilde weiter in Richtung Norden zu verlängern und einen übergeordneten Grünzug in Nord-Süd-Richtung zu schaffen. Dieser sollte mit entsprechenden Wegeverbindungen verknüpft und barrierefrei erreichbar sein.

Darüber hinaus liegen hier große Potenzialflächen, um die Themen der Klimaanpassung, Infrastruktur und Nachverdichtung mit der Gestaltung von hochwertigem öffentlichen Freiraum zu verknüpfen. Insbesondere im Bereich der östlichen Stadtkante gibt es erhöhten Bedarf zu einer ergänzenden städtebaulich-freiraumplanerischen Lösung, die Stadt und Umland klar definiert. Hier bedarf es einer langfristigen und übergeordneten Planung unter Beteiligung aller wichtigen Akteur*innen.

 

1.3.1 Echopark

Künftig werden öffentliche Freiräume zunehmend multifunktional gedacht, Funktionen und Nutzungen werden miteinander und nicht nebeneinander betrachtet, was gänzlich neue Gestaltungsmöglichkeiten eröffnet. Diese Art der “Mischräume” aktivieren Orte und konzentrieren vielfältige Angebote auf einer Fläche. Der Neuperlacher Echopark ist derzeit aufgrund von schlechter Zugänglichkeit, Angsträumen und kaum attraktiven Spielflächen wenig frequentiert. Doch insbesondere die benachbarte Schulaußenfläche könnte bei einer schrittweisen Aufwertung integriert werden. So könnten Synergieeffekte zwischen den unterschiedlichen Nutzergruppen entstehen, der Echopark könnte künftig zu vielen Tageszeiten ein beliebter Treffpunkt mit erhöhter Aufenthaltsqualität sein.

 

1.3.2 Hachinger Bach / Adolf-Baeyer-Damm

Der Hachinger Bach hat als Feuchtbiotop eine besondere Bedeutung und ist ein prägender Naturraum in Neuperlach. Die in Teilen bereits durchgeführte Renaturierung des Hachinger Bachs erfreut sich großer Beliebtheit und hat einen positiven Effekt auf Belange des Klima- und Naturschutzes. Um diesen Stadtraum für möglichst viele erlebbar zu machen, kann entlang des Adolf-Baeyer-Damms eine wichtige Nord-Süd-Grünverbindungen entstehen. Langfristig könnte die Zugänglichkeit und Vernetzung der Grünflächen verbessert werden, die Renaturierung fortgeführt und der Adolf-Baeyer-Damm Teil des Freiraumnetzwerks Neuperlach werden

 

1.3.3. Aufwertung und Ausweitung Annette-Kolb-Anger

Insbesondere für junge Menschen sind öffentliche Freiflächen nicht nur ein Ort für Freizeit- und Erholung, sondern übernehmen vor allem auch eine soziale Funktion. Hierbei erfreuen sich insbesondere jene Räume an Beliebtheit, die eine gute Mischung aus Angeboten und unprogrammierten Flächen zur freien Bespielung und Aneignung nebeneinander anbieten.

Der Annette-Kolb-Anger ist gegenwärtig in einem baulich schlechten Zustand. Insbesondere die Bewegungs- und Sportangebote sind in die Jahre gekommen und können so nicht mehr auf aktuelle Bedarfe reagieren. Es besteht großes Potential zusätzliche Angebote für Jugendliche und moderne Bewegungs- und Sportangebote zu schaffen und die bestehenden aufzuwerten. Resträume und Nischen könnten bei der Gestaltung bewusst integriert werden, um die Zielgruppe der jungen Erwachsenen auch tatsächlich anzusprechen.

 

1.3.4 Grünfläche Heinz-Hilpert-Straße

Auch in Neuperlach wird es enger, das bedeutet unter anderem, dass der Druck auf freie Flächen zunimmt. Insbesondere in Neuperlach Süd muss der Zielkonflikt zwischen Schaffung von neuem Wohnraum zu und der Erweiterung von Grün- und Freiflächenangeboten behutsam ausgehandelt werden. Hier ist das Untersuchungsgebiet unterdurchschnittlich mit Grünflächen versorgt. Bestehende öffentliche Freiräume, wie etwa die Grünfläche an der Heinz-Hilpert-Straße und zugehörige Spielflächen, müssen entsprechend der intensiven Nutzung aufgewertet werden. Zunächst kann mit einem integrierten Gestaltungskonzept der schlechten Erschließung entgegnet werden, langfristig könnte die gesamte Anlage erneuert werden.

 

1.3.5 Mehrfachnutzung von Schulaußenbereichen und Sportflächen

Im Sinne des Konzepts einer möglich rund-um-die-Uhr belebten Stadt, sollten insbesondere die bestehenden Schulaußenbereiche und Sportflächen als Ergänzung des bestehenden Freiraumnetzes betrachtet werden. Aktuell sind diese größtenteils eingezäunt und außerhalb der Schulöffnungszeiten nicht öffentlich zugänglich. Eine Mehrfachnutzung könnte das Spiel- und Sportangebot deutlich erhöhen. Zudem könnten diese Flächen auch öffentlich zugängliche Lernorte im Freien sein, die mit entsprechenden Gestaltungskonzepten das Angebot der Lern- und Bildungslandschaften gleichermaßen bereichern. Sie stehen für Aktivitäten außerhalb der Unterrichtszeiten zur Verfügung und schlagen eine neue Brücke zwischen Lernen und Freizeit, sie halten zudem individuelle Rückzugsmöglichkeiten bereit.

Ein runder Tisch aller Beteiligten könnte in den nächsten Jahren die Chancen und Herausforderungen einer Mehrfachnutzung von Schul- und Sportflächen erörtern mit dem Ziel ein Pilotprojekt umzusetzen.

 

1.3.6 Altperlacher Friedhof

Im schnellen Alltag inmitten des urbanen Stadtgefüges haben Aufenthalte in Grün- und Freiräumen eine positive, entspannende Wirkung auf die Stadtbewohner*innen. Als Ort für Ruhe, Erholung und Entschleunigung gewinnen sie gerade bei zunehmender baulicher Dichte an Bedeutung. Auch Friedhöfe, wie der Altperlacher Friedhof mit besonders wertvollem Baumbestand sind hier mitgedacht.  Die Wahrnehmbarkeit und Barrierefreiheit des Altperlacher Friedhofs an der Putzbrunner Straße ist jedoch aktuell eingeschränkt. Es besteht großes Potenzial, dass hier eine für alle zugängliche, grüne Ruheoase geschaffen werden kann. Langfristig sollte entsprechend die Aufenthaltsqualität aufgewertet und die Barrierefreiheit des Friedhofs hergestellt werden.

2.1 Neuperlach Nord-Süd Boulevard

Im Sinne der Gestaltung von Städten und Stadtteilen im menschlichen Maßstab ist das Umgestalten eines Straßenquerschnitts und allen damit einhergehenden Potentialen im Bezug auf Mobilität, Aufenthaltsqualität und klimagerechte Stadtgestalt ein großes Potential in Neuperlach. Die Albert-Schweitzer-Straße und Thomas-Dehler-Straße haben aktuell eine trennende Wirkung zwischen den Quartieren Neuperlachs. Es besteht großes Potenzial hier mittel- bis langfristig einen lebendigen Boulevard mit wichtigen städtischen Funktionen, Aufenthaltsqualität und Zentren-Charakter für Neuperlach zu gestalten. In den nächsten Jahren könnte die Boulevard-Idee für die Nord-Süd-Achse durch temporäre autofreie Tage und Aktionen und Testphasen ausprobiert und weiter untersucht werden. Langfristig könnte hier ein lebendiger und klimaangepasster Boulevard für Neuperlach entstehen.

 

2.2 Perlacher Brücken

Als Relikt des einstmaligen Leitbilds der autogerechten Stadt sind die Infrastrukturen in Neuperlach besonders markant. Neuperlachs Brücken prägen das Bild des Stadtteils und sind gleichermaßen Identifikationspunkte. Neben eingeschränkter Barrierefreiheit zeigen Verkehrszählungen, dass die Mehrheit den direkten Weg unter der Brücke wählt und die Bauwerke so im eigentlichen Sinne kaum genutzt werden. Die Brücken bieten aber auch das Potenzial, Treffpunkte und weiter identitätsstiftendes Merkmal Neuperlachs zu werden. In den nächsten Jahren sollten die Standsicherheit und Barrierefreiheit der Brücken genauer untersucht werden. Mittelfristig könnten die Brücken durch lokale Künstler und Schulen individuell gestaltet werden und etwa temporär als Street-Art und Graffiti Galerie dienen.

 

2.3 Aufwertung und Erweiterung Fußwegesystem

Eines der wesentlichen Gestaltungsmerkmale bei der Planung Neuperlachs als Stadt der Moderne ist die Implementierung des separaten Fußwegesystems, getrennt von den großen Hauptstraßen für den Autoverkehr. Dieses System übernimmt bis heute eine wichtige Funktion in der Vernetzung der Quartiere. Gleichwohl weist das Fußwegesystem Lücken und Barrieren auf. Es fehlt an wichtigen Verbindungen und die Orientierung fällt in Teilen schwer. In den nächsten Jahren sollte das Fußwegesystem schrittweise aufgewertet und verbessert werden, auch damit mobilitätseingeschränkte Personen sich besser fortbewegen können. Darüber hinaus könnten neue Fußwege entstehen und Quartiere besser miteinander verbunden werden.

 

2.4 Aufwertung und Ausbau Radinfrastruktur

Ein Schlüsselelement eines nachhaltigen Mobilitätskonzeptes ist die Umverteilung des Straßenraums, insbesondere zugunsten des Langsamverkehrs, also Fußgänger*innen und Radfahrer*innen. Damit mehr Leute auch tatsächlich mit dem Rad fahren, muss die entsprechende Infrastruktur hierzu hergestellt werden. Die Radwege in Neuperlach entsprechen in ihrer Breite und Gestaltung nicht den aktuellen Standards. Es fehlt an schnellen und sicheren Verbindungen in die Innenstadt und das Umland. Die breiten Straßenräume von Neuperlach bieten das Potenzial sichere und moderne Radinfrastruktur zu bauen. In den nächsten Jahren sollten die Radverbindungen im Rahmen von Machbarkeitsstudien genauer untersucht werden und anschließend das Radwegenetz schrittweise verbessert und ausgebaut werden.

 

2.5 Potenzialkorridor Ständlerstraße

Die Ständlerstraße teilt Neuperlach in zwei Hälften und verbraucht aktuell viele Flächen durch Rampen und Auffahrten. Aktuell nimmt der motorisierte Individualverkehr viel Raum ein. Die Ständlerstraße ist ein Möglichkeitsraum für Neuperlach, nicht nur für die Mobilität der Zukunft. Es gibt große Potenziale in den Seitenbereichen und im Bereich der Abfahrten und Rampen, Raum für neue Ideen: Grünflächen sind zu erhalten und zu intensivieren, temporäre Freizeitnutzungen könnten ergänzt werden, Klimaanpassungsmaßnahmen durchgeführt werden. Die Ständlerstraße ist gleichermaßen eine Frischluftschneise. Im Sinne einer gesunden und lebenswerten Stadt für alle, werden auch künftig ausgewiesene Frischluftschneisen von Bebauung freigehalten. An partiell geeigneten Stellen ist ggf. eine bauliche Nachverdichtung verträglich. Es bedarf hier einer langfristigen und übergeordneten Planung unter Beteiligung aller relevanter Akteur*innen.

 

2.6 Umgestaltung Sammel- und Hauptstraßen (Urbane Verknüpfungen)

Ursprünglich war die Fortbewegung in und um Neuperlach in erster Linie mit dem eigenen Automobil vorgesehen. In den letzten Jahren haben sich nicht nur das Mobilitätsverhalten vieler Stadtbewohner*innen geändert, durch gezielte Planungen und Mobilitätskonzepte sind die Städte bemüht das Modal Split (Den Anteil der verschiedenen Verkehrsteilnehmer) hin zu mehr umweltgerechten Fortbewegungsmitteln hin zu optimieren. Die Sammel- und Hauptstraßen in Neuperlach sind gegenwärtig dominiert durch ruhenden und fließenden Verkehr. Die Straßenplanung entspricht nicht dem tatsächlichen Verkehrsaufkommen und weist Schwachstellen aufgrund fehlender Querungsmöglichkeiten und mangelnder Aufenthaltsqualität auf. Langfristig sollten die Straßenquerschnitte aufgewertet werden und Straßenraum zugunsten von Öffentlichen Personennahverkehr, Rad- und Fußverkehr sowie Straßen belebenden Aktivitäten umverteilt werden.

 

2.7 Verkehrskonzept / quartiersbezogener Mobilitätsplan

Um die Mobilitätswende schrittweise Wirklichkeit werden zu lassen braucht es auf vielen unterschiedlichen Maßstabsebenen Konzepte und Planungen. Den Quartieren Neuperlachs fehlt es aktuell an einem integrierten Mobilitätsplan. Die einzelnen Nachbarschaften sind unterschiedlich gut an den öffentlichen Personennahverkehr angeschlossen, U-Bahn- Stationen etwa sind nicht von überall aus fußläufig bequem zu erreichen. Insbesondere Kombinationen von ÖPNV und Sharing-Angeboten für den letzten Kilometer bis zur eigenen Haustür sind noch nicht flächendeckend vorhanden. Wo andernorts in der Stadt „shared mobility-Konzepte“ das eigene Automobil bereits ersetzen, gibt es in Neuperlach noch Handlungsbedarf. Im Rahmen eines quartiersbezogenen Mobilitätsplans könnten unter anderem die Flächen des ruhenden Verkehrs genau beleuchtet werden und künftige Nutzungskonzepte entsprechend der Auslastung entwickelt werden.

 

2.8 Umgestaltung Putzbrunner Straße

Die Magistralen in Neuperlach übernehmen eine wichtige vernetzende Wirkung. Entsprechend sollten Straßenräume der Zukunft sicher und möglichst ohne Barrieren für mobilitätseingeschränkte Menschen ausgebaut sein, um die Erreichbarkeiten zwischen den Quartieren auch tatsächlich zu gewährleisten. Zudem muss die Verteilung des Straßenraums entsprechend der unterschiedlichen Bedarfe gestaltet sein.

Die Putzbrunner Straße stellt eine Hauptachse im Stadtteil dar, ist jedoch städtebaulich nicht entsprechend gefasst und verkehrlich überlastet. Entsprechend gering ist die Aufenthaltsqualität entlang der Putzbrunner Straße. Sie trennt zudem den Neuperlacher Süden vom Zentrum. Für eine Umgestaltung der Putzbrunner Straße bedarf es einer übergeordneten Planung unter Beteiligung aller relevanten Akteur*innen.

 

2.9 Sichere und nachhaltige Mobilität für Schulen und Kitas

Insbesondere Kinder- und Jugendliche müssen bei Teilnahme am Stadtverkehr und vor allem auf dem Schulweg besonders geschützt werden. Auf den Wegen zu Schulen und Kitas in Neuperlach gibt es eine Reihe von ungesicherten Querungen und Gefahrenstellen. Trampelpfade deuten an, wo die Neuperlach*innen tatsächlich Straßen überqueren und Abkürzungen wählen. Die Wegeführung für Schulen und Kitas sollte in den nächsten Jahren detaillierter untersucht werden, um eine sichere und nachhaltige Mobilität an Schulen und Kitas zu gewährleisten.

 

2.10 Schaffung sicherer Übergänge und Knotenpunkte

Im Rahmen eines umfassenden Mobilitätskonzepts für Neuperlachs steht die Sicherheit der schwächsten Verkehrsteilnehmer*innen, den Fußgänger*innen an oberster Stelle. Diese ist insbesondere entlang stark befahrener Verkehrsachsen, aber auch in scheinbar ruhigen Wohnstraßen, etwa aufgrund von mangelnder Beschilderung oder schlechter Einsehbarkeit stark gefährdet. Im Untersuchungsgebiet gibt es eine Vielzahl von ungesicherten Übergängen und Gefahrenstellen entlang des Fußwegesystems und insbesondere an Kreuzungen. Die breiten Straßenprofile lassen gleichwohl eine Vielzahl von Verkehrsberuhigungs- und Querungsmöglichkeiten zu, die Barrierefreiheit könnte dabei hergestellt werden. In den nächsten Jahren sollten die Übergänge und Kreuzungen schrittweise umgestaltet werden. Entsprechend liegt hierin auch die Chance, eine erhöhte Aufenthaltsqualität entlang der Straßen zu schaffen sowie Räume der Begegnung möglich zu schaffen.

 

2.11 Achse PEP/ Busbahnhof/ Gerhard-Hauptmann-Ring

In Neuperlach haben Verbindungen und Erreichbarkeiten der einzelnen Quartiere und die damit einhergehende räumliche Vernetzung einen hohen Stellenwert. Die Ost-West-Achse vom PEP, über den Busbahnhof nach Neuperlach-Ost ist in einem aufwertungsbedürftigen Zustand. Die Barrierefreiheit am Busbahnhof und der anschließenden Brücke ist eingeschränkt vorhanden. Die kleine Grünfläche am Gerhard-Hauptmann-Ring ist stark aufwertungsbedürftig. Es fehlt an konsumfreien Aufenthaltsbereichen. Zudem besteht großes Potenzial den Bereich an der Nahtstelle von neu und alt als lebendiges und urbanes Zentrum zu gestalten. Um eine Umgestaltung anzugehen sollte in den nächsten Jahren eine Machbarkeitsstudie die aktuellen Bedarfe feststellen und anschließend ein Wettbewerb ein ganzheitliches Konzept für die öffentlichen Flächen in Neuperlach Zentrum zeigen.

3.1 Neuperlach wird Kraftwerk

Der Ausbau regenerativer Energieträger auf dem Weg zur Klimaneutralität ist auch in Neuperlach ein wichtiges Thema. Neuperlach hat großes Potenzial sein eigenes Kraftwerk zu werden. Zum einen gibt es eine Vielzahl von Flachdächern, die für Solar- und Photovoltaikanlagen genutzt werden. Zum anderen gibt es Geothermie-Potenziale. Neuperlach verfügt darüber hinaus über den notwendigen Platz, um Speichersystem in vorhanden Freiräumen oder leerstehende Tiefgaragen zu integrieren. In den nächsten Jahren soll die Idee “Neuperlach wird Kraftwerk” in einem runden Tisch relevanter Akteur*innen weiter konkretisiert und erste Pilotprojekte auf den Weg gebracht werden.

 

3.2.1 Energetische Quartierskonzepte

Die Gebäude in Neuperlach weisen derzeit eine geringe Energieeffizienz und Anpassungsbedarf des Gebäudebestandes an die allgemeinen Anforderungen des Klimaschutzes auf. Eine Sanierung der Gebäude bietet gleichzeitig die Chance auf eine Verbesserung des Wohnumfeldes und eine Koppelung von Klimaschutz und Klimaanpassungsmaßnahmen. In den kommenden Jahren sollen integrierte energetische Quartierskonzepte konkrete Handlungsempfehlungen geben und mit einem Sanierungsmanagement und den privaten Eigentümer*innen der Prozess der energetischen Sanierung auf Quartiersebene voranbringen.

 

3.2.2 Sanierungsoffensive Klimaneutrales Neuperlach

Mit dem Ziel der Landeshauptstadt München, bis 2035 klimaneutral zu sein muss in Neuperlach auch außerhalb der energetischen Quartierskonzepte eine Sanierungsoffensive der Mehrfamilienhäuser angegangen werden. Neben Beratungsleistungen für Eigentümer*innen gilt es die Gebäude im Rahmen von Gebäudemodernisierungschecks (GMC) genauer unter die Lupe zu nehmen. Auch könnten hier in den nächsten Jahren erste Modellprojekte auf den Weg gebracht werden.

 

3.3 Mikroskalige und mikroklimatische Klimamodelle

Auch in Neuperlach wandelt sich das Klima und die bioklimatischen Bedingungen sind in einer Vielzahl von Quartieren bereits jetzt nicht ideal. Neue Baumaßnahmen können die bioklimatische Situation zum schlechteren verändern. Es gilt hier, durch mikroskalige und mikroklimatische Klimamodelle gut vorbereitet zu sein und Kriterien und Rahmenbedingungen als Planungsgrundlage für weitere Umsetzungsmaßnahmen zu entwickeln.

4.1 Wohnen in Neuperlach (sozial, gerecht, miteinander, klimaneutral)

Die Bewohnerschaft in Neuperlach ist in einem stetigen Wandel. Neue Gebäude und Wohnquartiere bringen Leben und Leute in den Stadtteil. Die Neuperlacher Mischung und Vielfältigkeit soll auch in Zukunft erhalten bleiben. Alt- und Neubewohner*innen sollten durch Stadtteilspaziergänge ihren Stadtteil und Nachbarn (neu) kennenlernen. Darüber hinaus sollten genossenschaftliche Ansätze und Projekte im Stadtteil gefördert werden.

 

4.2 Lebendige und attraktive Wohnstraßen

Auch in den kleineren Wohnstraßen Neuperlachs dominieren ruhender und fließender Verkehr das Straßenbild. Es fehlt an Querungsmöglichkeiten und Aufenthaltsqualität. Es gibt wenige Spiel- und Aufenthaltsbereiche. In den kommenden Jahren könnten zunächst durch temporäre Bespielung von Straßen durch Straßenfeste, Parking-Days oder Parklets die Wohnstraßen Neuperlachs in lebendige und attraktive Orte verwandelt werden. Ein Gestaltungshandbuch könnte dann im nächsten Schritt konkrete Hinweise für die dauerhafte Gestaltung von Neuperlacher Wohnstraßen geben, die langfristig umgesetzt werden könnten.

 

4.3 Aktivierung Neuperlacher Dächer

Der Anteil an erneuerbaren Energien in Neuperlach ist noch ausbaufähig und soll künftig weiter wachsen. Hierzu verfügt Neuperlach über eine Vielzahl von Flachdächern, die für Energieproduktion mit Photovoltaikanlagen oder als Gründach neu genutzt werden könnten.

Durch Beratungskampagnen und genauere Machbarkeitsstudien könnten Eigentümer*innen von Gebäuden bei der Aktivierung der Dächer unterstützt und auf den neusten Stand der Forschung gebracht werden. Künftig soll die Produktion von erneuerbarer Energie weiter steigen, etwa durch vermehrten Ausbau von Photovoltaik Anlagen auf geeigneten Dachflächen oder Gebäudeoberflächen. Lokale Energieunternehmen, Akteur*innen der Stadt und Immobilieneigentümer*innen können sich hierzu gezielt vernetzen.

 

4.4 Mobility Hubs

Das Angebot an E-Mobilität und Sharing-Angeboten in Neuperlach ist bislang unterrepräsentiert. Teilweise sind weite Wege zu U-und S-Bahn Stationen zurückzulegen. Mit der Schaffung von Mobility Hubs an zentralen Punkten sollten zusätzliche Mobilitätsangebote geschaffen und Maßnahmen der Aufwertung des öffentlichen Raums und weiteren baulichen Infrastrukturen (Quartiersboxen, Logistik Hubs, Recyclingstationen, Radfahrinfrastruktur) kombiniert werden. Quartiersboxen ermöglichen durch Kühl-, Tiefkühl- und Raumtemperaturfächern einen 24-Stunden-Liefer-, Einkaufs- und Tauschservice.

 

4.5 Recyclingstationen

In Neuperlach könnten künftig Aspekte lokaler Ressourcennutzung und natürlicher Kreisläufe auf Nachbarschaftsebene implementiert werden. Die Abfallsammelstellen in Neuperlach sind sanierungsbedürftig und wenig in den stadträumlichen Kontext integriert. Hinzu kommt, dass die Mülleimer oft ein zu kleines Fassungsvermögen haben und daher Abfälle im öffentlichen Raum und auf den Freiflächen landen. Moderne Recyclingstationen könnten diese Missstände angehen und zusätzliche Angebote wie Tauschbörsen oder außerschulische Lernorte zum Thema Recycling integrieren.

5.1 Aktivierung Hanns-Seidel-Platz

Der Hanns-Seidel-Platz liegt inmitten der zentralen Ost-West Achse und ist das Zentrum Neuperlachs, als solches aber nicht entsprechend gestaltet. Der Platz ist bereits in langfristige Bebauungsvorhaben eingebunden, kann jedoch kurzfristig durch spannende Zwischennutzungen aktiviert werden und so neu in das Bewusstsein der Neuperlacher*innen rücken und einen identitätsstiftenden Ort bilden. Nach Fertigstellung der aktuellen Baustellen kann eine Aktivierung auf den verbleibenden Flächen erfolgen. Hier besteht großes Potenzial zur Umsetzung einer Vielzahl von Ideen und Wünschen der lokalen Bewohnerschaft und zur frühzeitigen Einbindung der späteren Nutzer*innen.

 

5.2 Stadtbaustein Lätarekirche

Die Lätarekirche liegt an einer wichtigen Nord-Süd Fußverbindung und in unmittelbarer Nähe zur U-Bahnstation Quiddestraße. Die Kirche und umliegenden Freiräume sind zentraler Ort der Begegnung und übernehmen wichtige soziale Funktionen in Neuperlach. Aufgrund von Veränderungen in den Mitgliederzahlen und einem sanierungsbedürftigen Zustand der Gebäude und Freiflächen wird das Gelände aktuell nur zu gewissen Zeiten, insbesondere rund um die Gottesdienste genutzt. Hierin liegt das Potential sowohl innerhalb der Gebäude, als auch im Außenraum weitere Angebote und Nutzungen zu schaffen und somit einen neuen lebendigen Stadtbaustein für ein diverses Publikum entstehen zu lassen.

Der Platz vor der Lätarekirche ist stark aufwertungsbedürftig und die Barrierefreiheit eingeschränkt, ein entsprechendes Gestaltungs- und Nutzungskonzept könnte hier Abhilfe schaffen.

 

5.3 Aufwertung Wohnring

Der Wohnring bündelt eine Vielzahl von wichtigen Funktionen und Einrichtungen in Neuperlach. Der Achse zwischen Altperlach hin zum Wohnring kommt im Untersuchungsgebiet eine besondere Bedeutung zu. Dennoch sind die Platzgestaltung in und um den Wohnring, das Stadtmobiliar, Beleuchtung und die Spielanlagen nicht mehr zeitgemäß und weisen funktionale und bauliche Mängel auf. Auch die Gebäude sind in Teilen stark sanierungsbedürftig. In den nächsten Jahren sollte der Wohnring zunächst durch temporäre Aktionen mit lokalen Akteur*innen weiter belebt werden und die genauen Bedarfe und Wünsche festgestellt werden. Darauf aufbauend könnte ein städtebaulicher-freiraumplanerischer Wettbewerb ein Gesamtkonzept für die Aufwertung des Wohnrings liefern.

 

5.4 Stärkung Graf-Zentrum

In der ursprünglichen Konzeption Neuperlachs in den 1960er Jahren war der Stadtteil mit zahlreichen Subzentren, die Austausch und Begegnung sowie wohnungsnahe Versorgung garantierten, konzipiert. Das Graf-Zentrum ist gegenwärtig stadträumlich wenig attraktiv und zeigt kaum Platz- oder Aufenthaltsqualitäten oder Merkmale eines belebten Stadtraums. Der vereinzelte Leerstand und fehlende Angebote im Nahbereichszentrums könnte zunächst durch temporäre Aktionen und eine Aktivierung des Straßenraumes verbessert werden. Darüber hinaus sollten die relevanten Akteur*innen an einen runden Tisch gebeten werden, um ein langfristiges Konzept für das Graf-Zentrum zu erarbeiten.

 

5.5 Quartiersplatz vorm LIFE

In Neuperlach werden alle Stadtplätze als integraler Teil eines lebenswerten Umfelds begriffen. Der Platz vor dem LIFE-Einkaufszentrum hat eine geringe Aufenthaltsqualität und ist durch ruhenden Verkehr dominiert. Es mangelt an Spiel- und Aufenthaltsbereichen. Es besteht großes Potenzial hier langfristig einen belebten Quartiersplatz mit funktionierendem Nahbereichszentrum und aktiven Erdgeschossen zu entwickeln. In einer Co-Design-Werkstatt mit allen relevanten Akteur*innen könnte die weitere Zukunft des Platzes diskutiert und gestaltet werden.

 

5.6 Stärkung Marx-Zentrum

In Neuperlach finden sich zahlreiche, durch besondere architektonische Merkmale auffallende Stadtbausteine, wie das Marx- Zentrum. Dieses weist einen hohen Versiegelungsgrad und eine geringe Verschattung durch Bäume auf. Die in die Jahre gekommene Platzgestaltung und die fehlende Aufenthaltsqualität sollten aufgewertet werden, um das Nahbereichszentrum fit für die Zukunft zu machen. Künftig soll hier wieder abwechslungsreiches, urbanes Leben mit einer öffentlichkeitswirksamen Erdgeschosszone entstehen. In einem ersten Schritt sollte ein runder Tisch alle wichtige Akteur*innen des Marx-Zentrums zusammenbringen.

 

5.7 Stärkung Therese-Giehse-Allee

Ebenso wie rund um die anderen Nahbereichs- und Subzentren Neuperlachs bedarf es entlang der Therese-Giehse-Allee funktional und gestalterisch einer Aufwertung und Belebung. Es fehlt an Sitzmöglichkeiten und die Barrierefreiheit ist mangelhaft. Durch den weniger autozentrischen Straßenquerschnitt und den wertvollen Baumbestand bietet die Therese-Giehse-Allee großes Potenzial hier einen grünen und lebendigen Boulevard zu entwickeln. Diese kann künftig mit angedockten Quartiersplätzen, vernetzten Freiräumen und multifunktionalen Gebäuden, insbesondere in der Sockelgeschosszone, ein vielfältig erlebbarer Stadtraum werden.

6.1 Digitale Infrastruktur Neuperlach

Neuperlach ist künftig sowohl analog als auch digital miteinander vernetzt. Neuperlach nutzt die Chancen der Digitalisierung, neuer Technologien und Smart City Lösungen und erweitert seine Onlinepräsenz. Folglich soll auch die digitale Infrastruktur Neuperlachs in einem eigenen Entwicklungskonzept analysiert und zielgerichtet vernetzt und verbessert werden. Das vielfältige Angebot im Bereich Kultur, Soziales und Sport ist nicht allen Bewohner*innen und Neubewohner*innen bekannt. Die Onlinepräsenz und Wahrnehmung von Neuperlach werden eher von außen als von innen bestimmt. Es gibt keine eigene Stadtteilwebseite oder App, die die Angebote bündeln und leicht zugänglich machen. Eine Vielzahl von Einrichtungen und Vereinen in Neuperlach haben Bedarf für eine bessere Kommunikation, Austausch und Vernetzung. In den nächsten Jahren könnte die Schaffung einer eigenen Webseite oder Stadtteil-App die digitale Präsenz des Stadtteils verbessern. Darüber hinaus könnten erste öffentlichen WLAN-Hotspots geschaffen werden.

 

6.2 Zwischennutzung / Sharing Spaces

Der öffentliche Raum erfährt in den kommenden Jahren einen Bedeutungszuwachs, entsprechend wichtig sind Gestaltungs- und Aktivierungskonzepte, die neue Stadterlebnisse auch in Neuperlach Wirklichkeit werden lassen. Placemaking-Strategien, Sharing-Space-Konzepte oder Umnutzungen sind nur einige der möglichen Entwicklungsstrategien. Der vereinzelte Leerstand in Erdgeschosszonen der Nahbereichszentren bietet Chancen für Zwischennutzungen als Aktivierung von Flächen und Räumen. So können fehlende Räumlichkeiten mit Kunst- und Kulturangebote, Arbeits- und Ausstellungsflächen für Kulturschaffende und Kreative geschaffen werden.

 

6.3 Erweiterung und Aufwertung Bezirkssportanlage Bert-Brecht-Allee

In einer wachsenden Stadt sind die Angebote für Bewegung und Sport an der frischen Luft auch künftig entscheidend für die Gesundheit ihrer Bewohner*innen. Zudem sind etablierte Vereinssportanlagen Räume der Begegnung und des Austausches und betonen die Identitäten und Unterschiede der einzelnen Quartiere. Die Bezirkssportanlage in der Bert-Brecht-Allee ist voll ausgelastet und die Nachfrage nach Sportflächen im Stadtteil ist anhaltend hoch bzw. wächst. Das ehemalige Vereinsheim steht aktuell leer und ist stark sanierungsbedürftig. Langfristig könnten die Bezirkssportanlage und das Vereinsheim durch ein Sanierungskonzept aufgewertet werden.

 

6.4 Barrierefreiheit Sportpark SVN

Inklusion und folglich die Teilhabe an allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens ist im Sinne des Zusammenhalts der einzelnen Nachbarschaften besonders wichtig. Entsprechend sollten in Gestaltungskonzepte Aspekte von Erreichbarkeit, Zugänglichkeit und unterschiedlichen Nutzungsbedürfnissen von Beginn an integriert werden. Zielgruppen wie Senior*innen, mobilitätseingeschränkte Menschen, Menschen mit Beeinträchtigungen sind aktuell in der Gestalt des Sportparks des SVN in großen Teilen ausgeschlossen. Der Sportpark des SVN ist nicht durchgehend barrierefrei gestaltet. Langfristig sollte ein Sanierungskonzept den Sportpark barrierefrei und somit für alle Nutzer*innen zugänglich machen.

 

6.5 Generalsanierung Kinder- und Jugendtreff ZeitFrei

Der Kinder- und Jugendtreff ZeitFrei ist eine etablierte und stark frequentierte Institution und ein wichtiger Ankerpunkt für Jugendliche in Neuperlach Nord-Ost. Der schlechte Sanierungszustand der Räumlichkeiten und die zunehmende Nachfrage nach Kinder- und Jugendeinrichtungen müssen in Zukunft angegangen werden. Ein erster Schritt der Aufwertung könnte das Erarbeiten eines Konzeptes für die Zukunft unter Beteiligung der Akteur*innen sein. Gemeinsam sollten die richtigen Räume für die Kinder und Jugendlichen in Neuperlach geschaffen werden.

 

6.6 Maulwurfshausen - Fit für die Zukunft

Die vorhandenen Freiraumstrukturen Neuperlachs sollen auch in Zukunft erhalten, weiter qualifiziert und ergänzt werden. Insbesondere dort, wo bereits heute eine starke Auslastung und zu Stoßzeiten Überlastung vorliegt. Der Abenteuerspielplatz Maulwurfshausen ist bereits gegenwärtig eine stark frequentierte Institution mit Magnetwirkung. Funktionale und bauliche Mängel sind zu beheben. Das Bewegungs- und Spielangebot bedarf einer umfassenden Aufwertung. In den nächsten Jahren sollte ein Neuordnungs- und Sanierungskonzept für den Abenteuerspielplatz erstellt werden.

 

6.7 Gesundheitszentrum Neuperlach

Im Sinne einer umfassenden Daseinsvorsorge in Kombination mit der Altersstruktur in Neuperlach werden in den kommenden Jahren insbesondere Bedarfe der älteren Stadtbewohner*innen sichtbar. In Neuperlach werden zusätzliche niedrigschwellige Gesundheitsangebote und Gesundheitsberatung benötigt, auch solche, die die Diversität des Stadtteils in Bezug auf Herkunft und Kultur widerspiegeln. Ein Gesundheitszentrum könnte verschiedene Angebote bündeln. In den kommenden Jahren sollten die genauen Bedarfe erhoben, als auch ein möglicher Standort für ein Gesundheitszentrum gefunden werden.

 

6.8 Neuperlachs Bildungs- und Sozialeinrichtungen: Fit für die Zukunft

Neuperlach sorgt sich in den kommenden Jahren um den Ausbau innovativer und niedrigschwelliger Lern- und Bildungsangebote und reagiert hiermit auf den wachsenden Bedarf beziehungsweise Nachfragedruck auf Bildungs- und Sozialeinrichtungen. Gleichzeitig fehlt es an Räumlichkeiten für Nachbarschaftstreffs, bürgerschaftliches Engagement und selbstorganisierte Freizeit- und Kulturangebote. Ein laufendes Monitoring der Bildungs- und Sozialeinrichtungen als auch standortspezifische Machbarkeitsstudien für einzelne Einrichtungen wie das Bildungslokal sollten in den kommenden Jahren erarbeitet werden

7. Gestaltungsleitfaden / Gestaltungsbeirat

Neuperlach ist geprägt vom Städtebau und der Architektur der Moderne. Der Charakter der Moderne und das Stadtbild Neuperlachs sollen sowohl im Bereich der Architektur/ Städtebau als auch im Bereich der Frei- und Grünflächen gesichert werden. Um hier Rahmenbedingungen und Anregungen für zukünftige Bau- und Sanierungsmaßnahmen zu bieten, könnte wie in Neubaugebieten üblich ein Gestaltungsleitfaden und dazugehörigen Beirat für Neuperlach etabliert werden.

8.1  Einzelhandels- und Gewerbeverband Neuperlach

Lernen von und miteinander stärkt nicht nur den Zusammenhalt in den Stadtteilen, sondern ist im Falle eines Einzelhandels- und Gewerbeverbands eine Möglichkeit langfristig resiliente Akteur*innen in Neuperlach zu halten beziehungsweise anzusiedeln. In Neuperlach sind die lokalen Gewerbetreibenden und Einzelhändler*innen wenig miteinander vernetzt. Gleichwohl steht der gesamte Einzelhandel vor strukturellen Veränderungen und großen Herausforderungen. Gemeinsame Veranstaltungen und Aktionen und das Nutzen von Kooperationsmöglichkeiten könnten durch einen Neuperlacher Einzelhandels- und Gewerbeverband aufgebaut werden.

 

8.2 Standortsicherung Gewerbe und Einzelhandel

Veränderungen wie die Omnipräsenz des Online Handels und wirtschaftliche Herausforderungen wie eine globale Pandemie stellen Gewerbe- und Einzelhandel vor große Herausforderungen. Im Sinne einer Stadt mit gemischten Funktionen und höherer Dichte sollen die Nahbereichszentren in Neuperlach langfristig gesichert und gestärkt werden. Den Neuperlacher*innen fehlt es insbesondere an gastronomischen Angeboten. Hierzu bedarf es multifunktionale Gebäude mit öffentlichkeitswirksamen Erdgeschosszonen. In den kommenden Jahren müssen entsprechend standortbezogen konkrete Handlungsempfehlungen, Konzepte und Kooperationen erarbeitet werden wie die bestehenden, aber auch neue Erdgeschosszonen aktiviert werden.

Die Themen des Ergebnisdialogs auf einen Blick

Verschaffen Sie sich einen Überblick über die aktuellen Planungen

Der Beteiligungsprozess und die Planungsinstrumente:

Die Themen der Vorbereitenden Untersuchungen:

Die Themen des Handlungsraums: