Ausgangslage

Das bereits bei der Planung Neuperlachs in den 1960er-Jahren entwickelte Fußwegesystem prägt den Stadtteil bis heute. Weitgehend getrennt vom Autoverkehr verbindet es Wohnquartiere, Versorgungszentren, Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs und Grünräume miteinander.

Wer zu Fuß durch Neuperlach geht, erlebt den Stadtteil aus einer besonderen Perspektive: Abseits der großen Straßen gibt es ein zusammenhängendes Netz aus Fußwegen, Plätzen und großen Grünflächen. Alleen und viele alte, große Bäume prägen diese Wege und Bereiche. Dadurch werden besondere Seiten des Stadtteils sichtbar, die man aus dem Auto kaum wahrnimmt.

Im Laufe der Jahre wurden die Fußwege an verschiedenen Stellen umgebaut. Dadurch haben sich die Wege und ihre Verbindungen verändert. Für Ortsfremde ist die Orientierung daher teilweise schwierig. Auch bei der Barrierefreiheit gibt es nach heutigen Anforderungen noch Lücken. Zum Beispiel gibt es an einigen Stellen Probleme beim Überqueren von Straßen oder beim Wechsel zwischen verschiedenen Wegen.

Eine weitere Herausforderung sind die teilweise komplexen Eigentumsverhältnisse bei den Fußwegeflächen, auf denen die Fußwege liegen. Das macht es besonders schwierig, das Fußwegenetz gemeinsam und langfristig weiterzuentwickeln.

Ziele

Das Fußwegesystem soll als zusammenhängendes Netz erhalten und weiterentwickelt werden. Es soll Menschen sicher und gut verständlich durch den Stadtteil führen und dabei Bewegung, Orientierung, Begegnung und Aufenthalt ermöglichen.

Ziel sind gut auffindbare, barrierefreie und an die Folgen des Klimawandels angepasste Wege, die die Wohnquartiere mit Versorgungszentren und wichtigen Orten im Stadtteil verbinden.

Das Fußwegenetz soll aber nicht nur von A nach B führen. Es kann auch Orte schaffen und stärken, an denen Menschen gerne zusammenkommen, sich begegnen und Zeit miteinander verbringen. Nachbarschaftsplätze, Spielbereiche und andere prägende Orte können dabei als Treffpunkte eine wichtige Rolle spielen und besser an das übergeordnete Wegenetz angebunden werden.

So entsteht ein Fußwegenetz, das nicht nur die Orientierung und Mobilität verbessert, sondern auch Begegnung und Zusammenleben im Stadtteil unterstützt.

Umsetzung

In den Jahren 2025 und 2026 wurde das Fußwegesystem in Neuperlach umfassend vor Ort untersucht. Die Wege und Verbindungen wurden begangen und analysiert. Ergänzend flossen Hinweise aus dem Stadtteilladen Quidde 35 ein, die im Austausch mit den Bewohner*innen gesammelt wurden.

Auf dieser Grundlage entstand eine eigene Betrachtung des Fußwegenetzes, die nicht nur einzelne Wege, sondern auch deren räumliche, funktionale und soziale Zusammenhänge in den Blick nimmt.

Die Analyse zeigt, wo das bestehende Netz besondere Qualitäten aufweist, wo Lücken und Hindernisse bestehen und wo Potenziale für eine Weiterentwicklung liegen.

Auf Grundlage der Analyse sollen nun verschiedene Maßnahmen umgesetzt werden. Ziel ist es, bestehende Wege zu verbessern, Aufenthaltsbereiche attraktiver zu gestalten und das Fußwegenetz besser mit den angrenzenden Quartieren zu verbinden.