Gründung einer Energiegemeinschaft Neuperlach in Vorbereitung

 

Das EU-Projekt Creating NEBourhoods Together bereitet die Gründung einer Energiegemeinschaft Neuperlach vor, um Solarstrom zu produzieren und fair zu teilen. Wie funktioniert das und wie kann man mitmachen?

Schattenrisse von verschiedenen Menschen mit Gedankenblasen in denen Motive abgebildet sind, die für die Energiegemeinschaft bedeutend sind, wie "Euro", "Quadratmeter" und "Zeit".
Illustration: Serena Keller

In Neuperlach bildet sich eine Energie­gemeinschaft, die das Ziel verfolgt, erneuerbare Energien lokal zu produzieren und zu nutzen. Die Gemeinschaft steht allen offen, die an der Förderung erneuerbarer Energien interessiert sind.

Eine Energiegemeinschaft kann verschie­dene Rechtsformen wie die eines Vereins, einer Genossenschaft oder einer GmbH annehmen. Für Neuperlach ist die Gründung einer Genossenschaft geplant. Die Energie­gemeinschaft baut Anlagen zur Energieproduktion und in Neuperlach eignen sich besonders Solaranlagen, die auf Dächern oder an Fassaden installiert werden. Die notwendigen Flächen pachtet die Energiegemeinschaft. Die Anlagen finanzieren sie durch Investitionen der Mitglieder, durch Fördermittel sowie Kredite. Den produzierten Strom verkauft die Gemeinschaft wiederum an seine Mitglieder. Das geschieht gebäude- und grundstücksübergreifend, das heißt, die Mitglieder müssen nicht Eigentümer*innen oder Mieter*innen des Gebäudes sein, auf dem die Solaranlage installiert ist. Durch die Energiegemeinschaft kann jede*r unmittelbar in lokale Energieproduktion investieren bzw. davon profitieren. 

Die Teilnahme an einer Energiegemeinschaft bietet zahlreiche Vorteile. Neben dem direkten Beitrag zum Umweltschutz können Mitglieder von günstigeren Strompreisen profitieren. Darüber hinaus fördert die Gemeinschaft den sozialen Zusammenhalt und ermöglicht den Zugang zu Fachwissen sowie finanziellen Ressourcen.

Ein Anfang ist gemacht

Das initiale Treffen der Energiegemeinschaft fand am 17. Oktober im Quidde35 – Raum für Stadtsanierung in der Quiddestr. 35 statt. Dabei hat sich ein Kernteam für die Gründung gebildet und die ersten Schritte konnten definiert werden.
Zum Interessiertenkreis gehören das ­Perlacher Herz und die Evangelisch-­Freikirchliche Gemeinde Neuperlach. Beide Organisationen prüfen aktuell die Bereitstellung von Dachflächen für Photovoltaik-Projekte. 

Für die Energiegemeinschaft Neuperlach haben sich zudem bereits erste Kooperationen ergeben, wie etwa mit der Akademischen Energie-Kooperative, die sich an der TU München bildet, oder einer Gründungsberatung. Aktuell wird das Modell für die Ressourcenverteilung innerhalb der Gemeinschaft in einem interdisziplinären Projektkurs an der Hochschule München und der UnternehmerTUM erarbeitet. Diese Modelle werden bis Februar 2024 fertiggestellt, um anschließend in der Gemeinschaft Neuperlach implementiert zu werden. Parallel dazu werden bereits die ersten Solaranlagen geplant. Bis Ende 2024 soll die erste Anlage in Neuperlach in Betrieb sein.

Creating NEBourhoods Together unterstützt die Gründung und Weiterentwicklung der Energiegemeinschaft, um den Ausbau erneuerbarer Energien mit sozial-ökonomischen Modellen zu fördern.

So machen Sie mit:

Aktives Mitglied der Genossenschaft ­werden und ein Aufgabenfeld übernehmen:
Die Energiegemeinschaft befindet sich in der Gründungsphase und sucht nach Mitwirkenden, die Wissen und Arbeitskraft einbringen. Dabei geht es zum Beispiel um die Begleitung der PV-Anlage von der Finanzierung bis hin zur Abrechnung und um die Entscheidung für ein faires Strompreismodell sowie die ­Organisation der Verteilung. Es wird nicht nur Expertise, sondern auch aktive Mitarbeit gesucht, um die anstehenden Aufgaben zu bewältigen.

Dach- oder Fassadenfläche für ­Photovoltaik zur Verfügung stellen:
Sie haben ungenutzte Dach- oder Fassadenflächen, die für Photovoltaikanlagen genutzt werden könnten? Ideal sind Flächen, die eine Ausrichtung nach Süden, Westen oder Osten aufweisen und mindestens 250 m² groß sind.

In die Energiegemeinschaft investieren:
Sie stärken die Gemeinschaft finanziell, indem Sie Anteile an der Energiegemeinschaft und den Anlagen zu je 50 bis 100 Euro kaufen oder ein Darlehen geben. Dabei erfolgt eine Dividendenausschüttung von 3 bis 8 % an die Mitglieder, basierend auf einer fairen ­Verteilung.

Die Energiegemeinschaft Neuperlach bietet die Gelegenheit, einen aktiven Beitrag zur Energiewende zu leisten. Sie ist ein Instrument, um ungenutzte Flächen mit hohem Potenzial für Solarstrom zu entwickeln. Dabei bietet sie nicht nur wirtschaftliche und ökologische Vorteile, sondern stärkt auch den sozialen Zusammenhalt und schafft Bildungsmöglichkeiten. 

Text: Serena Keller – TUM

Kontakt

„Creating NEBourhoods Together“ wird als einer von sechs Leuchttürmen zum Neuen Europäischen Bauhaus von der EU gefördert. Ziel ist es, das Leben und Arbeiten im Münchner Stadtteil ­Neuperlach zukunftsfähig, sozial gerecht und umweltfreundlich zu gestalten. Hierfür werden gemeinsam mit Bürger*innen, Kreativen und Expert*innen Ideen in und für ­Neuperlach entwickelt und umgesetzt. 

www.nebourhoods.de
nebourhoods(at)muenchen.de
facebook.com/nebourhoods
instagram.com/nebourhoods


Die Stadtteilzeitung Neuperlach

Die Stadtteilzeitung Neuperlach informiert zweimal im Jahr über die Stadtteilsanierung Neuperlachs. Ziel der Stadtteilzeitung ist es, kommunales Handeln in der Stadtteilentwicklung zu erläutern. Berichtet wird über Themen, die den Sanierungszielen des integrierten Stadtteilentwicklungskonzepts Neuperlach dienen. Dabei stellen Projekträger*innen ihre Arbeiten aus erster Hand vor.

Die Stadtteilzeitung Neuperlach erscheint in einer Auflage von ca. 11.000 Stück, wird im Sanierungsgebiet Neuperlach Nord kostenfrei an alle Haushalte verteilt und liegt in Gemeinbedarfseinrichtungen in Neuperlach aus.

Die Stadtteilzeitung Neuperlach wird herausgegeben von der Münchner Gesellschaft für Stadterneuerung (MGS) im Auftrag des Referats für Stadtplanung und Bauordnung der Landeshauptstadt München. Die Redaktion übernimmt das MGS Stadtteilmanagement Neuperlach im Quidde35 – Raum für Stadtsanierung. Die Redaktion behält sich vor Beiträge zu kürzen oder abzulehnen. Es besteht kein Anspruch auf Publikation.